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Der diesjährige Ältestentag des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg stand unter dem Motto „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ und widmete sich dem Liederdichter Paul Gerhardt. An die 50 Kirchenälteste und Interessierte machten sich auf den Weg ins Kirchenkreiszentrum nach Lehnin. Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt stand besonders der Austausch zwischen den Verantwortlichen in den Gemeinden im Mittelpunkt.
In verschiedenen Workshops näherten sich die Teilnehmenden dem Leben und den Texten Paul Gerhardts aus unterschiedlichen Perspektiven.
Verkündigung in der Musik
Kantor Winfried Kuntz zeigte in seinem Workshop, wie Musik zur Verkündigung werden kann. Er ging darauf ein, welche Kraft die Texte von Paul Gerhardt gerade in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges entfalten konnten. Besonders das Lied „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ mit seinen ursprünglich 15 Strophen zeige, wie Gerhardts Worte damals zu den Menschen sprachen. Auch die musikalischen Vertonungen hätten sich im Laufe der Zeit verändert – der Inhalt der Texte jedoch habe bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.
Und was er sang, ist noch nicht verklungen
Dr. Georg Reich nahm in seinem Workshop die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch Spiritualität und ihre Wirkung auf den Menschen. Er zeigte auf, wie religiös geprägte Spiritualität – ebenso wie soziales Engagement – sich positiv auf das Leben auswirken kann. Spirituelle Menschen wirken häufig gelöster, freier und strahlender und entwickeln eine größere Resilienz. Das wäre wissenschaftlich nachweisbar. Auch bei Paul Gerhardt seien viele Bilder davon geprägt: Wege durch Leid und Klage hindurch, die schließlich zu Hoffnung und Durchbruch werden – ganz in der Tradition der Klagepsalmen.
Ein neues Gesangbuch
Pfarrerin Juliane Rumpel stellte das neue evangelische Gesangbuch vor, das sich derzeit in der Erprobungsphase befindet. Ihre Kirchengemeinde gehört zu den Auserwählten, die derzeit die neuen Lieder und Formen testen. Das neue Gesangbuch soll im Jahr 2028 erscheinen und sowohl in gedruckter Form als auch digital verfügbar sein.
Paul Gerhardt: Unbeugsam oder verbohrt?
Mit der Persönlichkeit Paul Gerhardts beschäftigte sich Ines Jäger. Ihm werde häufig nachgesagt, unbeugsam oder gar verbohrt gewesen zu sein. In ihrem Workshop stellte sie ihn jedoch als Gewissensmensch zwischen lutherischem, reformiertem und uniertem Denken und Handeln vor und machte das persönliche und theologische Dilemma deutlich, in dem sich Gerhardt in seiner Zeit bewegte.
Frag doch mal den Sup
Superintendent Siegfried-Thomas Wisch stellte sich den Fragen der Kirchenältesten. An seinem Tisch wurde offen diskutiert, gestritten und gemeinsam nach konstruktiven Lösungen gesucht. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht und Tipps für die Arbeit in den Gemeinden weitergegeben.
Durch die Räume klangen immer wieder Lieder von Paul Gerhardt. Beim gemeinsamen Mittagessen blieb Zeit für Gespräche, Begegnungen und neue Kontakte. Genau das ist es, was der Ältestentag ermöglichen möchte: Gemeinschaft, Austausch und gegenseitige Stärkung im Dienst für die Gemeinden.
Termin für den nächsten Ältestentag steht: Bitte reservieren Sie sich den nächsten Ältestentag im Terminkalender. Er findet am 27. Februar 2027 im KiZ in Lehnin statt.
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Bildunterschrift: Aufmerksame Zuhörende beim Ältestentag
Quelle: Beate Lindauer / EKMB