Es war einmal ein sehr schönes Land. Es gab Berge und Hügel, Seen und Flüsse. Natürlich gab es auch Städte und Dörfer, in denen die Menschen gemeinsam lebten. Am Tag schien die Sonne und in der Nacht funkelten Sterne am Himmel. Es gab Frühling, Sommer, Herbst und Winter und alles war wunderschön. Die Menschen arbeiteten fleißig und halfen sich gegenseitig. Nach Feierabend besuchten sie sich und spielten miteinander und erzählten sich gegenseitig was sie an diesem Tag alles Spannendes erlebt hatten. Im Frühling pflückten sie Blumen und verschenkten sie gerne, im Sommer gingen sie baden und spritzten sich nass. Im Herbst ließen sie Drachen steigen und wenn im Winter Schnee lag, kletterten sie auf die Berge und rodelten um die Wette bis ins Tal. Ab und zu trafen sie sich kochten und aßen gemeinsam. Sie stellten ihre Tische in den Garten und erfreuten sich an den Blumen und am Sonnenschein und am Leben.
Natürlich gab es auch in diesem Land manchmal Streit. Dann redeten sie miteinander und versuchten sich wieder zu versöhnen. Oder sie gingen zu den Nachbarn und baten sie um Hilfe. Besonders die alten Menschen, die schon so viel erlebt hatten, wussten immer einen Rat. Auch die Kinder spielten miteinander und freuten sich das es in ihrem Land so schön war. Ach, in diesem Land möchten wir auch leben, dachten sich die Kinder. Darum machten sich Kinder aus der ganzen Welt auf den Weg, um das Land zu suchen.
Ein Kind kam dem Land nahe, aber dann war es so erschöpft, dass es nicht mehr weiterkam. Da sah es einen Tisch, der war voll mit leckeren Speisen. Es saßen schon einige andere Menschen am Tisch. Es schmeckte ihnen sehr gut. Auch unser Kind setzte sich dazu und aß. Wie es sich satt und zufrieden umschaute, sah es auf einmal viele Menschen auf der Erde sitzen. Sie waren müde und hungrig. Warum bekamen sie nichts von dem reich gedeckten Tisch ab? Unser Kind nahm von dem Brot und dem Essen und gab es denen die hungerten. Auf einmal gab es einen Weg und unser Kind konnte in das schöne Land einziehen.
Ein zweites Kind fand fast den Weg zu dem Land. Kurz vorher sah es einen Brunnen. Nach der langen Reise war das Kind sehr durstig, da trank es aus dem Brunnen. Das Wasser schmeckte wunderbar. Auf einmal sah es einen kleinen Hund. Ihm hing die Zunge zum Maul heraus und er jammerte sehr. Da schöpfte das Kind noch einmal Wasser und brachte es dem Hund. Auf einmal ging der Weg weiter und unser Kind konnte in das schöne Land spazieren.
Da kam ein drittes Kind zu unserem schönen Land. Aber es war so müde, dass es in ein Hotel ging und erst mal schlafen wollte. Der Mann an der Rezeption gab ihm ein Zimmer mit einem Bett und unser Kind fiel in das Bett und schlief sich erst mal gründlich aus. In der Nacht wurde es aber wach, weil es Lärm hörte. Ein alter und ganz armer Mann wollte auch im Hotel übernachten. Aber der Mann an der Rezeption sagte nein. Arme dürfen hier nicht rein. Da stand unser Kind auf und bot dem armen alten Mann sein Bett an. Nun konnte sich der alte Mann ausruhen. Das Kind schlief einfach auf dem Sofa weiter. Am nächsten Tag verabschiedeten sie sich und unser Kind fand den Weg in das schöne Land.
Mittlerweile ist es Winter geworden. Es war sehr kalt. Das vierte Kind freute sich, dass es einen warmen Mantel hatte. Da sah es kurz vor dem schönen Land einen Mann. Er saß am Wegesrand und bettelte und fror jämmerlich. Da zog das Kind seinen Mantel aus und gab ihn dem Bettler. Der freute sich sehr. Aber was ziehst du denn jetzt an? Das Kind nahm sein Gepäck und holte eine Decke raus. Darin wickelte es sich ein. Wie es weiter gehen wollte, erkannte unser Kind den Weg in das schöne Land und lief direkt hinein.
Ein fünftes Kind fand und fand den Weg in das schöne Land nicht. Es suchte und suchte, aber vergeblich. Eines Tages begegnete es einer Frau. Sie saß traurig auf einer Bank. Sie weinte und erzählte, dass ihr Mann so schwer krank sei. Sie wisse nicht weiter. Da ging unser Kind mit in das Haus. Er hörte der Frau zu, tröstete sie und half ihr den kranken Mann zu pflegen. Es verband die Wunden des Mannes und gab ihm zu trinken. Nach ein paar Tagen ging es dem Mann besser und unser Kind verabschiedete sich. Als es nun weiterlief, fand es einen breiten und bequemen Weg und als es auf den Weg lang wanderte, kam es direkt in das schöne Land.
Das sechste Kind, welches das schöne Land suchte, kam in ein Dorf, wo die Menschen sehr unfreundlich zueinander waren. Sie schrien sich an, nahmen sich gegenseitig das geerntete Getreide weg und versuchten in die Häuser einzudringen. Warum tut ihr das, wollte das Kind wissen? Weil die anderen alle doof und gemein sind. Ich kann sie nicht leiden. Da fing unser Kind an freundlich mit dem Dorfbewohner zu reden. Er erzählte ihnen, wie gut es tut, wenn alle miteinander teilen und sich helfen. Da waren die Dorfbewohner sehr überrascht. Ihre Herzen klopften auf einmal fröhlich und ihr Mund lächelte. Erst zaghaft und dann immer deutlicher. Ihr müsst eure Herzen öffnen und die Liebe rein lassen und diese dann auch weitergeben. Bald herrschte Frieden in diesem Dorf. Unser Kind aber wanderte weiter auf seinem Weg bis in das schöne Land.
Das siebte Kind entdeckte auf seiner Wanderung eine alte Kirche. Nur mühsam konnte es die Tür öffnen. Die Bänke standen schief, das Kreuz war vom Altar gefallen und überall waren Spinnweben. Oh, hier wurde schon lange kein Gottesdienst mehr gefeiert. Das ist schade. Das Kind stellte die Bänke wieder hin und fegte die Spinnweben weg. Dann stellte er das Kreuz auf den Altar zurück. Draußen pflückte es ein paar Blumen und stellte sie in ein Glas mit Wasser zu dem Kreuz. Es setzte sich auf eine Bank und betete zu Gott. Es las in der Bibel und sang Lieder. Auf einmal öffnete sich die Tür. Ein paar Männer und Frauen schauten vorsichtig rein. Wer singt denn hier wollten sie wissen? Wer hat hier denn aufgeräumt und wer hat hier sauber gemacht? Das war ich sagte das Kind. Ihr wart wohl schon lange nicht mehr hier. Nein sagten die Menschen, wir mussten so viel arbeiten und hatten keine Zeit. Außerdem gab es im Fernseher, Fußball und Eiskunstlauf und Filme und viele Quizsendungen. Da haben wir die Kirche und Gott ganz vergessen. Das tut uns leid. Dürfen wir mit dir singen? Gerne sagte unser Kind und sie feierten gemeinsam einen Gottesdienst. Getröstet und ganz erfreut gingen sie dann nach Hause. Unser Kind aber wanderte weiter und fand nun ganz schnell den Weg in das schöne Land.
In der Bibel wird oft von dem schönen Land gesprochen. Jesus nennt es das Reich Gottes. Jesus erzählt davon und lädt uns ein, am Reich Gottes mitzubauen. Außerdem steht in der Bibel, dass im Reich Gottes ein großes Fest gefeiert wird – ein Fest, an dem alle Menschen teilnehmen dürfen, ein Fest der Liebe. Wenn also Menschen in Liebe miteinander leben, einander helfen und füreinander da sind, dann kann das Leben wie ein großes Fest sein.
Wir können mithelfen, damit dieses schöne Land bald überall zu finden ist und wir können beten:
Großer Gott schenke mir Frieden in mein Herz, damit ich der Welt deinen Frieden weitergeben kann.
Jesus du bist voller Liebe. Erfülle auch mein Herz mit Liebe, damit ich anderen Menschen von deiner Liebe abgeben kann.
Heiliger Geist erfülle mein Herz mit deiner Kraft, damit ich Mut bekomme. Mut um voller Milde, Güte und Barmherzigkeit durch das Leben zu gehen.
Amen